|
Stadtrundgang
|
| Lokale + Adressen | Shopping Tipps | Messen + Kongresse |
| City und Binnenalster | Außenalster | St. Georg | Winterhude und Stadtpark | Schanzenviertel |
| St. Pauli | Hafen | Innenstadt | Altona und Elbvororte |
|
|
Hamburg-Stadtrundgang
Vorweg möchte ich die Stadt erstmal in zwei große Bereiche der Gewässer „Elbe“ und „Alster“ unterteilen.
Ein umfangreicherer Stadtrundgang kann in zwei Tage aufgeteilt werden, so dass man pro Tag sich einem genannten Bereich widmet.
Hamburg hat drei große Bahnhöfe für Fernzüge.
Der Hauptbahnhof und der Dammtorbahnhof befinden sich Zentrumsbereich sehr nah an der Alster.
Vom Hauptbahnhof geht eine Verbindungsbahn quer durch die Stadt in den westlichen Teil nach Altona, wo ein sehr großer Sackbahnhof mit Bahndepots und Verbindungen in den Norden ist.
Altona war bis ins 20te Jahrhundert eigenständig und wurde erst zwischen den Kriegen an Hamburg angegliedert. Hier befinden wir uns auch näher an der Elbe und den westlich gelegenen Elbvororten.
Was das durch seinen Bürgermeister und Senat regierte Hamburg sicher auszeichnet, ist der Hafen, überhaupt ziemlich viel Wasser, Kanäle, 230 ausgewiesene Brücken, von Bäumen gesäumte Strassen, Parks und Grünanlagen und dass man hier alles bekommt was man sich vorstellen kann.
Man kann nachts für deutsche Verhältnisse ziemlich lange und auch in vielen verschiedenen Lokalen ausgehen .
Von der Mentalität her sind die Hamburger bei erster Begegnung eher eine Mischung zwischen Kühl und verschmitzt trocken, doch bei näheren Kennen lernen im allgemeinen sehr hilfsbereit und herzlich.
Abgesehen von den großen Firmen, dessen Zentralen in Hamburg zu finden sind, und den klassischen Im- und Exportfirmen und der Reedereien ist Hamburg eine Medienstadt, in der zum Beispiel der „Springer Verlag“, „Gruner & Jahr“ und die „Verlagsgruppe Milchstrasse“ ansässig sind.
Nicht zu vergessen die große Universität mit vielen Fakultäten und einem riesigen Gelände ganz nah der Innenstadt.
Obwohl die Stadt nach dem Krieg sehr zerstört war kommt noch ziemlich viel von dem Flair rüber, den man eigentlich nur Städten mit Altbauten und Hotels aus der Vorkriegszeit zutraut.
Der Hafen und westliche Stadtteile wurden bei alliierten Luftangriffen in bis dahin ungekannten Maße zerstört, wobei neben dem Verlust der alten Innenstadt von Altona besonders östliche Teile der Stadt und viel von der Innenstadt im Juli 1943 bei der Aktion "Gomorrha" im Feuersturm furchtbarer und nächtelanger Bombenangriffe durch englische Bomber in den meisten Teilen völlig dem Erdboden gleich gemacht wurden. Die Folge: 55tsd verbrannte und verschüttete Menschen und heute sieht man hier dementsprechend meistens Nachkriegsbauten mit Rotklinker oder einfach zeitlos moderne Bauten.
Fangen wir mit dem Stadtzentrum und der Alster an:
City und Binnenalster
Steigt man am Hauptbahnhof aus, so kann man durch die Einkaufsstrassen Mönckebergstrasse oder Spitalerstrasse
Richtung City gehen und man kommt zur Stirnseite der Binnenalster, wo sich das Rathaus und prachtvolle Einkaufstrassen wie der „Neue Wall“ und „Große Bleichen“ befinden.
Das große prunkvolle Rathaus wurde auf über 4000 Eichenpfählen gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Stil der nordischen Renaissance gebaut.
Das vorherige alte Rathaus war 1842 beim großen Brand gesprengt worden um dem Feuer Einhalt zu gebieten. Der Versuch, das Feuer zu bremsen misslang und der Rat und die Senatoren hatte fast ein halbes Jahrhundert kein Rathaus. Die reichen Hamburger setzten zur damaligen Zeit ihr Geld auch gerne dafür ein, um möglichst unabhängig vom Kaiserreich agieren zu können und bauten so wie das neue prunkvolle Rathaus auch den Freihafen, zu dem die heutige Speicherstadt gehörte, um sich ein Stück zollfreies Gebiet für ihren Handel zu erhalten.
Die im 13ten Jahrhundert für eine Mühle am Jungfernstieg aufgestaute Alster, die in Form eines zentral gelegenen Sees ein sehr idyllisches und fantastisches Stadtbild erzeugt, unterteilt sich in die Binnen- und die Außenalster. Während die Binnenalster von der City umgeben und mit einer großen Fontaine in der Mitte geschmückt ist, wird die viel größere Außenalster von Wohn- und Villenvierteln, Parks und Strassen, von denen man aufs Wasser schauen kann, umgeben.
Kleine Bastionen und der einstmalig durch die Alster verlaufende Stadtwall führten ursprünglich zu der Verengung, die beide Seen heute teilt. Über den verbliebenen Durchgang fahren heute über zwei nebeneinander liegende Brücken mit schönen Bögen Autos und die Bahn. So trägt ein Intercity auf seiner Fahrt vom Hauptbahnhof nach Altona zum inneren Stadtbild bei, wenn man in einem Kaffee am Jungfernstieg sitzt, der Uferstrasse an der Alsterstirnseite, oder vom „Hotel Vier Jahreszeiten“, einem pikfeinem weltbekannten Hotel schon aus der Gründerzeit, auf die Alster schaut. Auf der gegenüber vom „Vier Jahreszeiten“ liegenden Alsterseite befindet sich der Ballindamm, an dem Privatbanken, Reedereien und große Kontore beheimatet sind. Empfehlung: Ein Kaffee im Caffee Wien. Die ist ein alter Alsterdampfer, der am Ballindamm festgemacht hat und das Kaffee hat noch für schönes Wetter eine Terrasse auf einem angedockten Ponton.
Der Jungfernstieg an der Alster ist schon lange Hamburgs Einkaufs- und Promenadenstraße in der heute große Kaufhäuser stehen. Früher führten hier Familien ihre unverheirateten Töchter, die "Jungfern" aus.
Unterhalb am Wasser befindet sich auch der Anleger für die weiße Flotte der Alsterdampfer. Mit denen kann man Hamburg rundum vom Wasser aus kennen lernen: Alster-Rundfahrten, Alster-Kreuzfahrten, Fleetfahrten, Kanalfahrten, Dämmertörns und vieles mehr! Es empfiehlt sich eine kombinierte Alsterfahrt mit einer Tour durch die Speicherstadt zu machen. Man gelangt durch Schleusen dann von der Alster zu der im Hafen gelegenen Speicherstadt. Wenn nicht, kann man das Kapitel Speicherstadt auch bei einer kombinierten Hafenrundfahrt erledigen. Nicht zu vergessen sind die Fahrradtaxis als Rikschas, die als neuester Touristengag eingeführt wurden. Eine durchaus willkommene Gelegenheit sich zu entspannen, wenn man schon den ganzen Vormittag shoppen war und man sitzen will ohne Zeit zu verlieren.
An dem Kanal, der von der Alster zu Elbe führt, sieht man auf der gegenüberliegenden Seite vom Rathaus, direkt am Wasser, die romantischen Alsterarkaden, unter denen man gemütlich in verschiedenen Kaffees sitzen kann und auf den Rathausmarkt schaut.
In der Verlängerung des Jungfernstiegs Richtung Westen ist der Gänsemarkt. Ein ganz entspannter alter Marktplatz, von dem aus einige Einkaufspassagen und -strassen weggehen. Von hier oder vom Rathaus gibt es Busverbindungen. Ansonsten befindet sich unter dem Jungfernstieg ein riesiger U- und S-Bahnhof; eine Station vom Hauptbahnhof entfernt.
Vom Hauptbahnhof/Kirchenalle und von den Landungsbrücken gibt es Gelegenheiten mit Doppeldeckerbussen oder einer kleinen bereiften Bahn der „Hummelbahn“ Stadtrundfahrten anzutreten.
Ein paar Lokale und Freizeitangebote in diesem Gebiet
|
Zurück zum Beginn des Kapitels
Außenalster
Jenseits der großen Brücken erstreckt sich die Außenalster. Sie ist zwar nicht gerade der Genfer- oder Zürichsee, aber recht stattlich für ihre zentrale Lage und auch ein brauchbares Segelrevier mit prachtvoller Stadt Silhouette als Hintergrundbild. Überhaupt gibt es neben den hier sehr beliebten und traditionsbewussten Ruder- und Segelclubs auch einige Aussicht Kaffees mit Segelboot- und Ruderbootverleih. Im Hochsommer stellt es für Besitzer eines Segelscheins wahrscheinlich einer der aufregendsten Beschäftigungsvarianten in Hamburg dar nach dem Mittagessen eine Stunde lang sich den Wind um die Nase streichen zu lassen und auf einer Jolle herum zu segeln. Das aufregende hierbei ist, dass man unerreichbar, frei und trotzdem mitten drin ist, nämlich in der bewegten Stadt. Eine Jolle lässt sich zu erschwinglichen Preisen stundenweise mieten.
Die meisten Hamburger joggen nur um die Alster, um danach mit Umrundungszeiten zu prahlen. Selbst Madonna lief bei einem Hamburg Besuch vor ihrem Frühstück in ihrem Domizil, dem „Atlantik Hotel“, um die Alster. In der Stadt wird gemunkelt, dass sie ihre völlig fertigen Buddyguards abgehängt hätte.
Westlich der Alster reichen die öffentlichen Wiesen und Parks bis ans Wasser. Frisbee spielen und Spazieren gehen ist hier angesagt. Bodos Bootssteg verlockt zu einer gediegenen Kaffeepause und das „Cliff“ mit einer großen Terrasse eignet sich als abendlicher Treffpunkt und es wird draußen rund um die Bar bis tief in die Nacht gefeiert. Wenn man hier die Strasse lang fährt, kann man, wie bei den „Schönen Aussichten“ auf der anderen Seite der Alster die ganze Zeit auf das Wasser schauen. Schlossartige Jugendstilvillen aus der Gründerzeit liegen auf der anderen Seite der Strasse. Dahinter liegt Pöseldorf und Havestehude mit schönen Häusern, kleinen Gassen und viel Grün. Spaziert man ein Stück weiter, gelangt man an eine kleine beliebte Bar unter Bäumen: das „Red Dog“. Hier kann man auch im Winter draußen sitzen und unter Heizstrahlern sein Bier oder Cocktail trinken. Überquert man im Norden der Außenalster die Krugkoppelbrücke, so hat man einen Postkarteblick auf die City mit dem hervorstechenden „Atlantik Hotel“ und dem Rathaus. Auf der östlichen Seite werden auf einer Wiese aus einem kleinen Pavillon erfrischende Drinks und Snacks verkauft. Man setzt oder legt sich an der „Alsterperle“ hin, wo man will, genießt den Blick auf die andere Seite über den See in Richtung SAS Hotel und Fernsehturm vor der untergehenden Sonne. Im Winter geht’s dann mit Glühwein weiter. Die Imbissbude ist im Sommer bis ca. 1 Uhr, im Winter nur bis ca. 18 Uhr geöffnet.
Ein paar Lokale und Freizeitangebote in diesem Gebiet
Zurück zum Beginn des Kapitels
St. Georg
Östlich der Außenalster, direkt neben dem Hauptbahnhof befindet sich St. Georg. Das Stadtviertel erstreckt sich vom vornehmen Ufer der Alster, an dem auch das 5 Sterne Hotel Atlantik steht und schon von weitem zu sehen ist, bis hin in alte sanierungsbedürftige Gebiete, in denen die Drogenszene Hamburgs wegen der Nähe zum Bahnhof zuhause ist. Mittendrin befindet sich die Haupteinkaufsstrasse von St. Georg, die „Lange Reihe“. Gott sei Dank sind die Häuser von den geschmacklosen Sanierungsmaßnahmen der Sechziger Jahre verschont geblieben und so werden die überwiegend Altbauten heute liebevoll saniert und in attraktiven Wohnraum umgewandelt. Somit ist das Viertel eines der derzeitigen Upcomer der Stadt. Auch abseits der Langen Reihe mit ihren vielen attraktiven Geschäften, Bars und Restaurants gibt es immer mehr Lokalitäten und die alten Kneipen, von den es auch große und schöne gibt, können sich weiter behaupten.
Das Leben ist hier sehr multikulturell. Der Anteil der Ausländer an der Bevölkerung ist sehr hoch. Ein „Alte Damen Café“ in der Langen Reihe wird heute von Schwulen geführt und stellt das sehr bekannte „Café Gnosa“ dar, indem sich aufgrund der Toleranz und Unaufdringlichkeit auch Damen sehr wohl fühlen. Das Kulturangebot und Amusement im Allgemeinen bietet für Schwule in dem Viertel um die „Lange Reihe“ so einiges und man lässt das hier auch ganz offiziell durchblicken.
Wer sich mit einer Gruppe zu einem lustigen Abend verabreden will, sollte das im „Dorf“ (richtig „Weinstube Dorf“) tun. Durch nichts gekennzeichnet ist es eigentlich nur Insidern bekannt und man findet den Kellereingang in der Langen Reihe bezeichnender Weise unter einem Apothekenschild (-: Der Wirt versteht es in den großen art-deco geschmückten Räumen zu später Stunde immer lustige Parties am Tresen zu veranstalten, wenn ihm die Gäste lieb sind und ich bin noch nie dort nüchtern heraus gekommen.
Nachdem die Wikinger um die erste Jahrtausendwende den ersten Bischof von Hamburg vertrieben haben wird Hamburg nach fast tausend Jahren 1994 wieder katholischer Bischofssitz und somit Bistum für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg. Der neue Dom ist nun die direkt neben der Langen Reihe in der Danziger Strasse gelegene Marienkirche. Die von Architekt Arno Güldenpfennig 1893 in neo-romanischem Stil erbaute Kirche war der erste Neubau einer katholischen Kirche in Hamburg nach der Reformation. Der ursprüngliche alte Dom in der Altstadt aus der Entstehungszeit von Hamburg wurde 1806 von den Hamburgern selber niedergerissen.
St. Georg hat somit vom Kirchenfürsten bis hin zu kleinen Minderheiten im toleranten Miteinander alles zu bieten. Auch die größte Moschee von Hamburg steht in der Böckmannstrasse.
Ein paar Lokale und Freizeitangebote in diesem Gebiet
|
Zurück zum Beginn des Kapitels
Winterhude / Uhlenhorst und Stadtpark,:
Falls man eine Kanalrundfahrt unternimmt, wird man feststellen, wie charmant auch die nicht so berühmten Wohnviertel östlich der Alster sind. Sonst spricht man immer von Eimsbüttel oder Eppendorf. Sehr charmant und gemütlich scheint mir das Wohnen in der Gegend vom Mühlenkamp. Entspannte kleine Kaffees und kleine Läden, in denen man einfach alles bekommt. Und wenn man Glück hat schaut man aus seiner Wohnung auf einen Kanal. Alte Industriebetriebe gab es hier, von denen die heute modern eingerichteten alten Loftgebäude zeugen, dessen hohe Wände mit riesigen in Eisen gefassten Fenster über die Ufer der Kanäle ragen.
An den Kanälen kann man auch Kanus mieten und entlang der Hinterhöfe und Parks bis in die Alster paddeln, oder man steuert einer der Kaffees am Wasser für einen kurzen Aufenthalt an. Eine ideale Sonntagnachmittagsbeschäftigung an warmen Sommertagen
Über den Goldbekkanal erreicht man auch den Stadtparksee. Dieser ist Bestandteil einer schon im 19. Jahrhundert geplanten, als Volkspark gedachten und heute 180 Hektar großen Anlage. Fritz Schuhmacher, zählt zu den bedeutenden deutschen Architekten und Stadtplanern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wurde 1909 als Oberbaudirektor nach Hamburg berufen, schuf viele berühmte Gebäude in der Stadt und1912 bis 1914 den rund 5 km nördlich vom Hamburger Stadtkern entfernten Stadtpark. Alfred Lichtwark, der 1886 Direktor der Kunsthalle in Hamburg wurde und entscheidenden Einfluss auf die Kunstszene der Jahrhundertwende ausübte, bei ihm spielten der Impressionismus und damals recht moderne Künstler eine große Rolle, hatte vorher seine Vorstellungen, wie der Stadtpark auszusehen habe, zum Besten gegeben. Viele verschiedene Pflanzen bilden in geometrischer Grundform auf einer sichtbaren Mittelachse einen Waldpark, ein Wiesengelände und Gartenanlagen um einen See mit wechselvollen Partien. Der ehemalige Wasserturm am westlichen Achsenende dient heute als Aussichtsturm; in der Kuppel befindet sich das Planetarium, welches 2003 grundlegend umgestaltet und mit einer weltweit einzigartigen multimedialen Technik ausgestattet wurde. Laser und Ganzkuppelprojektoren lassen hier intergalaktische Reisen zu einem beeindruckenden Erlebnis werden. Das architektonische Gegenstück am östlichen Ende der Parkachse, das Stadtcafe am Stadtparksee und die Stadthalle, wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg restlos zerstört. Das Stadtcafe war mit einer Hafenanlage versehen und wurde mit seiner runden Kuppel in die Uferanlage integriert. Die Stadthalle bot in den 20er Jahren Platz für Veranstaltungen mit 10 tausend Menschen. Überall im Stadtpark verteilt sind 22 Skulpturen berühmter Künstler.
Wenn Ihr den Stadtpark für Eure Freizeit nutzen wollt, so ist er auch noch heute üppig dafür ausgestattet und bei warmen Wetter stellt er eine zusammenhängende Party dar: Es gibt auch eine Festwiese auf der meist Fußball und Frisbee gespielt oder sich gesonnt wird. Die Freilichtbühne für Live-Konzerte präsentiert von Mai bis September berühmte Künstler und Popgrößen. Zum Relaxen gibt es Liegewiesen, ein Freibad am Stadtparksee, zahlreiche Grillplätze, Beach-Volleyball-Plätze (am Linnéring) und einen großen Spielplatz mit Planschbecken und Kinder-Seilbahn. Leichtathletik-Veranstaltungen werden auf der Jahnkampfbahn ausgerichtet.
Ein Spaß zum Ausgehen mit Sitzen im Freien sind auch die „Sommerterrassen“, ein in der Hamburger Jugend angesagtes Kaffee oder auch Musikkneipe im Freien am Wasser, und das „Landhaus Walter“ mit einem großen Biergarten.
Wenn’s zu heiß ist um in der Stadt herum zu laufen oder man sich einfach entspannen möchte, erweist sich der Stadtpark durchaus eines ausgedehnten Besuchs als würdig.
Ein paar Lokale und Freizeitangebote in diesem Gebiet
Zurück zum Beginn des Kapitels
|
Schanzenviertel:
Auf dem Weg von Eimsbüttel nach Süden in Richtung St. Pauli kommt man im Schanzenviertel vorbei. Mit Schanze ist ursprünglich die Sternschanze gemeint, ein massives militärische Fort, das nach dem dreißig jährigen Krieg zur Ergänzung der Verteidigungsbereitschft vor den Wallanlagen der Stadt gebaut wurde und sich auch einmal dadurch bewährte, eine Belagerung durch den dänischen König Christian V erfolgreich abzuwehren. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts führt die Verbindungsbahn vom Hauptbahnhof nach Altona durch das Gebiet und somit gibt es auch den „Bahnhof Sternschanze“. Auf dem Gebiet der längst nicht mehr existierenden Schanze entstand zur selben Zeit ein Park. Das Gebiet ist von weitem her lokalisierbar, da 1907 bis 1910 hier ein massiv, aus Backstein und sehr hoch gebauter Wasserturm entstand, der seit den 50er Jahren außer Dienst ist und nach langen Hin und Her seit wenigen Jahren eine neue Verwendung hat. Das neue Mövenpick Hotel Hamburg wohnt jetzt hier und ist sehr attraktiv und perfeckt in den Turm eingepasst.
Dieses Viertel, in dem auch viel alter Baustil zu finden ist, zeichnet sich durch sein multikulturelles Leben aus. Relativ viele Ausländer leben hier und vergrößern die Vielfalt an kleinen Läden und Cafes. Auch wenn sich die Bewohner so geben, macht das Viertel keinen eigenen Stadtteil aus, sondern ist nur ein sogenanntes Quarree. Hier sammeln sich Minderheiten, die gerne mal ihre politischen und sozialen Forderungen unkonventionell zum Besten geben. Traditionell fühlt sich hier die alternative Szene als Erbe der 68er zuhause und hat den Stadtteil sicherlich auch intellektuell mit geprägt. Eine Demonstration gegen Senatsbeschlüsse aus dem Rathaus der Hansestadt kann sich schon einmal zu amüsanten Straßenfesten mit Lagerfeuer und allem was dazu gehört entwickeln. Man darf nur nicht traurig sein, wenn solche eher illegalen Events dann meistens ziemlich massiv von einer relativ gelassenen und durch Schutzschilde gegen Steinwürfe geschützten Polizei unter Protest aufgelöst werden.
Die beiden größten Strassen, die „Schanzenstrasse“ und das „Schulterblatt“, führen von Norden nach Süden durch das Viertel: Das Schulterblatt ist breit angelegt und es gibt vor den Bars und Cafes genug Platz zum Flanieren! Im Sommer ist hier abends„die Sau los“. Nachmittags scheint die Sonne über die „Alte Flora“, einem alten verwahrlosten Theater und eine Art Wahrzeichen der Autonomie des Viertels, auf die gegenüberliegende Straßenseite und ganze Volksmassen finden sich hier an warmen Tagen bereits zum nachmittäglichen Rumsitzen und Entspannen ein. Immer mehr Häuser und Wohnungen werden saniert, wodurch das Gebiet sehr „hipp“ wird und auch Yuppies anzieht. Wiederum den alten klassischen Bewohnern passt das nicht so wirklich in den Kram.
Die Schanzenstrasse hat einige sehr spezielle Geschäfte zu bieten: Darunter verschiedene Plattenläden in denen man seinen Musikwünschen in Form vom guten alten Vinyl gerecht werden kann. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Osten hin befindet sich das Karolinenviertel, das wie ein Teil des Schanzenviertels auch zu St. Pauli gehört und dem Schanzenviertel vom Wesen her sehr ähnlich ist. In der Marktstraße zum Beispiel gibt's alles, vom Second-Hand-Laden über den Designerladen bis hin zu ein paar Kultkneipen. Die Altbauwohnungen setzen sich einerseits zusammen aus bürgerlichen Etagenhäusern und andrerseits aus ehemaligen Hinterhofanlagen für Arbeiter. Hier ist auch der „Alte Schlachthof“ eine alte prachtvolle Halle, die eine super Atmosphäre für immer wieder dort stattfindende Konzerte bietet.
Ein paar Lokale und Freizeitangebote in diesem Gebiet
Zurück zum Beginn des Kapitels
|
St. Pauli:
St. Pauli ist wohl der weltbekannteste Stadtteil von Hamburg, bekannt durch seine Vergnügungsviertel, die Reeperbahn, die berühmten Beat clubs der 60er wie den Starclub in der Großen Freiheit und nicht zuletzt, weil hier schon lange die Seeleute und Fremde aus der ganzen Welt ihr Quartier bezogen. Der Name St. Pauli entstand für das Viertel erst im Jahre 1833 bei seiner Anerkennung zur offiziellen Vorstadt von Hamburg nach der zuständigen Ortskirche, die dem Heiligen Paulus geweiht wurde.
Geschichtliches zur Geburt des Vergnügungsviertels:
Zuvor, durch die Geschichte, hatte das bis dahin nicht so dicht besiedelte Gebiet mit dem gebräuchlichen Namen Hamburger Berg, weil auf einem Berg über der Elbe gelegen und auf der Mitte zwischen der Festung Hamburg und der dänischen Stadt Altona, ein sehr schweres Los. Alles, was Krach machte und stank lagerten die Hamburger aus der Stadt aus: Trankochereien, eine Ölmühle und sogar das damalige Pestkrankenhaus wurden zwischen den vereinzelten Häusern des Hamburger Berges gebaut. Ansonsten interessierten sich die Hamburger weniger für das Gebiet vor den Stadttoren der großen Festungsanlagen, die zum Westen hin dort verlaufen sind, wo heute die Garten- und Parkanlagen immer noch „Große Wallanlagen“ heißen.
Im Jahre 1686 wurde Hamburg durch die Dänen belagert und angegriffen. Bei der fünftägigen Verteidigungsschlacht schafften die Hamburger es mit Hilfe welfischer und brandenburgischer Truppen die Angreifer zurückzudrängen. Nur waren die Häuser und die gerade neu geschaffene Kirche auf dem Hamburger Berg nach dieser Fünf Tage Schlacht vor dem begehrten Festungswerk der Hansestadt nicht mehr höher als der Erdboden. Das zweite Mal wurde die Siedlung vollständig zerstört, als zur Besatzungszeit Napoleons 1806-15 dessen Marschall und Oberbefehlshaber in Hamburg Davout 1814 beschloss alles außerhalb der Hamburger Festung in einem bestimmten Abstand zur Mauer dem Erdboden gleich zu machen, um herannahende Feinde sehen zu können. Doch die Häuser wurden kurz nach der französischen Besatzungszeit wieder aufgebaut und am 18.Juni1816 machte das erste Dampfschiff im Hamburger Hafen fest. In der Vorstadt setzte durch die Einführung der Dampfschiffe und durch die Einrichtung dessen Anlegestellen unterhalb des Hamburger Berges ein Boom ein. Mit den Dampfschiffen kamen die Matrosen und St. Pauli wurde zum Vergnügungsviertel. Kneipen und andere Etablissements schossen wie Pilze aus dem Boden.
Der Kiez:
Die Hauptstrasse von St. Pauli ist die ebenfalls weltberühmte Reeperbahn, die den Stadtteil in Ost-West Richtung von der Innenstadt her in Richtung Altona durchläuft. Die Seilmacher, also die Reeper haben hier ursprünglich die Seile zusammengedreht. Die ganze Gegend um die Reeperbahn, wo man eben einfach extrem ausgehen kann, nennt sich im Volksmund gemeinhin „Kiez“. Gesäumt wird die Reeperbahn nachts von den Leuchtschildern der Clubs, Tabledanceläden, Bordellen, Kneipen und Restaurants, die nachts ewig lang auf haben. Am Anfang steht das bekannte Operettenhaus, in dem viele Jahre lang das Musical "Cats" gespielt wurde und das Panoptikum in dem berühmte Persönlichkeiten aus Wachs nachgebildet sind. Weiter westlich befinden sich auch eine große Spielbank und das St.-Pauli-Theater, in dem Volkstheaterstücke gespielt werden. Die berühmte Davidswache der Polizei steht in der Mitte an der Ecke zur Davidstrasse und wurde 1914 durch den Städtebauer Fritz Schuhmacher aus roten Backsteinen gebaut.
100 m dahinter erreicht man die Herbertstrasse, die nur durch Tore erreichbar ist und in die keine neugierige Frauen hineindürfen. Hier sitzen die sich feilbietenden Huren auf Hockern in den Schaufenstern kleiner Häuser entlang der ganzen Gasse. Abgesehen von dieser Gelegenheit bietet dieser zur Elbe hin gewandte Teil vom Kiez an fast jeder Straßenecke das Kribbeln, was man bekommt, wenn man von nicht nur einer gut ausschauender Frau in Lackstiefeln und kurzem Rock Angebote unterbreitet bekommt, die hier nicht näher betrachtet werden (-: In der Nähe liegt auch der Hans Albers Platz mit einer Menge Kneipen und Tanzbars. Zum herrlichen Biersaufen stehend in der Menge das La Paloma, oder zum Mitbrüllen das Albers Eck. Urige Kneipen im alten Stil wie z. B. Der Silbersack sind hier auch gut gestreut und auch oft klassisch an Straßenecken zu finden.
Auf der anderen Seite der Reeperbahn, zu ihrem Ende hin, wenn man vom Stadtzentrum kommt, liegt die Große Freiheit. In dieser kleinen Querstrasse befand sich der berühmte Star-Club, in dem nicht nur die Beatles zu Anfang ihrer Kariere auftraten, sondern auch Rock´n Roll Größen wie Bill Haley, Little Richard, Ray Charles und noch so ein paar andere, dessen Namen und Musik durchaus bekannt sind und die aus dem Beginn der gesamten Rock und Popgeschichte überhaupt nicht weg zu denken sind. Der Amerikaner und 50er Jahre Rock´n Roller Jerry Lee Lewis hat eines seiner erfolgreichsten Alben im Hamburger Starclub live aufgenommen.
Vor einigen Jahren wiedereröffnet hat zum Beispiel einer der damaligen Konkurrenten vom Star-Club, der Kaiserkeller.
Gut für Clubkonzerte eignet sich heute immer wieder die Diskothek Große Freiheit 36. Außerdem findet man in der Straße einige weitere Discotheken und Clubs und unterhaltsame Sexshows und sogar eine Karaokebar gibt es hier.
Die Landungsbrücken
Nicht mehr Kiez aber noch voll St. Pauli sind die Landungsbrücken am Ufer der Elbe. Man erreicht sie, wenn man die Anhöhe zur Elbe herunter geht. Doch auf den Weg dort hin kann man noch einen Blick aus der Turmbar des Hotel Hafen Hamburg oder wer es rustikaler liebt einfach von der Hafenstrasse auf den Hafen und die gegenüberliegenden Docks der großen Schiffsbauten von Blohm und Voss werfen. Hier auf dem Berg befindet sich auch einer der renommiertesten Tropeninstitute in Deutschland, das Bernhard Nocht Institut.
Wie schon im geschichtlichen Teil erfahren, entstanden die Anlegestellen für Dampfschiffe nicht im ursprünglichen Hafen der Stadt sondern weiter westlich unterhalb von St. Pauli. Der Grund war, dass man die Dampfer als feuergefährlich angesehen hatte und nicht mit den herkömmlichen Hafengütern in Verbindung bringen wollte. Als einer der späteren Nachfolger des alten Dampfschiffhafens „Beim Jonas“ wurden 1907 bis 1911 die Landungsbrücken gebaut. Die 700 Meter lange schwimmende Anlegestelle ist auch heute noch nach der großen Zeit der Ozeanriesen Hamburgs Wasserbahnhof. Ein Turm mit einer Uhr und einem Wasserstandsanzeiger zum Ablesen der Höhe der Elbe schmückt die Eingangsgebäude.
Hier starten auch die Hafenrundfahrten. Kleine und große Barkassen, kleine und große Touren ins Hafenbecken zu den Docks, durch die historischen Kanäle der Altstadt und der Speicherstadt. Schon auf der Promenade oberhalb der Anlegebrücken preisen die Rundfahrtkapitäne ihr Angebot und locken die Besucher zu ihrem Boot. Man sollte sich als Tourist unbedingt die Zeit nehmen, um sich dann entspannt mit meistens guter Führung Hamburgs Hauptschlagader, den Hafen vom Wasser aus anzusehen. Die Hafenfähren nach Finkenwerder Övelgönne und Blankenese legen hier auch ab,. Es gibt auch schnelle Jet-Katamarane, die Passagiere über die Elbe nach Stade bringen oder sogar bis Helgoland. So zum Beispiel der Elbe City Jet oder der Hanse Jet. Auch imposante Luxuskreuzer legen hier von Zeit zu Zeit an. Weiter links ist auch die Überseebrücke, an der zwei Museumsschiffe liegen: Die Rickmer Rickmers, ein altes Segelschiff und die Cap San Diego, der letzte erhaltene klassische Stückgutfrachter, auf dem auch öfters mal Feten stattfinden.
Unter den Landungsbrücken beginnt der Alte Elbtunnel, der 1911 als technisches Wunderwerk gebaut wurde. Unter dem nicht zu übersehenden Kuppelbau werden heute noch ganze Autos und Passanten in Liftkörben nach unten befördert, um dann durch einer der zwei wunderschön gekachelten Röhren auf die südliche Seite der Elbe nach Steinwerder zu gelangen. Ist man mit dem Lift der gegenüberliegenden Seite wieder nach oben gefahren hat man den besten Blick über das Wasser auf die Skyline der Stadt.
Die Landungsbrücken sind auch ein guter Ausgangspunkt für Sightseeingtouren die von hier mit Doppeldeckerbussen angeboten werden. Außerdem gibt es an den Landungsbrücken einen U- und S-Bahnhof (U3 und S1). Die U-Bahn fährt ab hier auf einer eisernen Hochtrasse am Hafenufer entlang Richtung Innenstadt.
Schaut man von den Landungsbrücken entlang des Ufers in Richtung Westen, so erblickt man die Kuppel auf der Fischauktionshalle am Fischmarkt, der seine Bekanntheit wahrscheinlich dadurch erlangt hat, dass hier jeden Sonntagmorgen ab 5 Uhr auch ein Fischmarkt stattfindet auf dem schon seit 1703 nicht nur Fisch verkauft wird. Mittlerweile ist der Markt zu einer Touristenattraktion geworden. Ganze Volksmassen wandeln schlaftrunken oder noch richtig betrunken, weil der Samstagabend auf dem Kiez gerade erst geendet ist zwischen den Marktschreiern umher, die sich gegenseitig mit schauspielerischen Fähigkeiten zu unterbieten versuchen. In den Kneipen tobt der Bär, die Lampen schaukeln und in der 100 Jahre alten Auktionshalle geben Musikbands ihr Bestes.
Natürlich für die Fans: Das Stadion vom FC St. Pauli liegt auf dem Heiligengeistfeld, welches schnell erreichbar ist vom Anfang der Reeperbahn oder der U-Bahnstation St. Pauli(U3). Es lohnt sich auch für Nichtexperten mal ein Spiel anzusehen. Faszinierend: Die Stimmung im Stadion kommt wie an einem gut besuchten Dorf Turnierplatz rüber und es macht schon deswegen Spaß zu zuschauen weil Zuschauer und Spieler auch räumlich näher sind als in großen Stadien.
Ein paar Lokale und Freizeitangebote in diesem Gebiet
|
Zurück zum Beginn des Kapitels
Hafen
Geht man an den Landungsbrücken links die Promenaden am Wasser entlang in Richtung Altstadt, die südlich der City an der Elbe liegt und wo auch der ursprüngliche Hafen von Hamburg liegt, dann kann man über die Elbe auf das riesige Gebiet des heutigen Seehafens und dessen Anlagen blicken.
Speicherstadt und Hafencity
Der Hafen als Freihafen entstand im Jahre 1888 in Form eines zollfreien Gebietes. Bei den vorrausgegangene Verhandlungen mit dem Deutschen Reich, die dazu führten, dass das Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg an das Reichszollgebiet des damals noch jungen preußischen Kaiserreichs angeschlossen wurde, handelten die Hamburger ein neu anzulegendes Hafengebiet als weiterhin zollfreie Zone aus. Für den Umschlag ihrer manchmal weit um die Welt gereisten Waren bauten sie ein mit Kanälen durchgezogenes Lagerhausviertel, die Speicherstadt als damaliges Zentrum des Freihafens. Für die Errichtung des Freihafens waren umfangreiche Vorarbeitungen erforderlich. Bevor mit dem Bau der Speicherstadt begonnen werden konnte, mussten über 20.000 Bewohner zwangsweise umgesiedelt werden.
Sie möchten eigentlich viel mehr reisen, da bleibt aber nie genug Zeit! Wie wäre es mit einem Tagestrip nach Süddeutschland? Oder sogar nach Amerika? Preisgünstig und aufregend läßt sich dieses mit einem Besuch in der Hamburger Speicherstadt verbinden. Seit dem 16. August 2001 ist das Miniaturwunderland der absolute Megahit. Auf ca.3500 m² Fläche befindet sich die größte digitale Modelleisenbahn der Welt im Format H0: Auf 9.000 meter Gleislänge fahren 700 Züge mit 10.400 Waggons. Dazu kommen noch zahlreiche 6.600 Autos in einem digital gesteuerten Carsystem, Gebäuden, Menschen, Tiere, Bäume usw. Gesteuert wird das Ganze von 26 Computer . 200.000 Lämpchen beleuchten Häuser, Laternen, Autos (Scheinwerfer und Rücklicht) etc.! Es wird einen absolut natürlichen Tagesablauf simuliert, nur etwas öffter als normal - nämlich alle 15 Minuten. Es dämmert, wird Nacht und wieder Tag. Aber keine Angst - alleine dürfen Sie auch was machen.
Nachdem man entlang der Promenade am City-Sportboothafen vorbei gelaufen ist und man das große futuristische Pressehaus von Gruner & Jahr links neben sich liegen lassen hat steht man vor der Speicherstadt mit ihren roten Bauten wilhelminischer Backsteingotik der Gründerzeit entlang des Wassers. Das Becken des Binnenhafens welcher der Einlass zum alten Hafen, der heute nur noch in Form von alten Kanälen in der südlichen Altstadt erahnt werden kann, trennt den heute noch flächenmäßig einer der weltgrößten Lagerhauskomplexe von der Stadt. Brücken aus der Jahrhundertwende mit eisernen Spannbögen, unter denen Schuten beladen mit Lasten oder Touristen entlang schippern, schmücken den Anblick zusätzlich und verbinden die auf Inseln gelegene Anlage mit dem Ufer der Stadt. Die Speicherstadt als ursprüngliche Keimzelle des Hamburger Freihafen ist am 01. Januar 2003 aus der Freizone ausgegliedert worden. In einem Zeitrahmen von etwa 25 Jahren wird Hamburg dort mit der sogenannten HafenCity ein Stadtviertel mit maritimem Ambiente schaffen, das Wohnen, Freizeit, Tourismus, Handel und Dienstleistungen verbindet. Es sollen in der HafenCity etwa 5.500 Wohnungen und über 20.000 Arbeitsplätze entstehen.
Seehafen
Der heutige Hafen von Hamburg ist durch ständige flächenmäßige Erweiterungen ab der Jahrhundertwende zwischen den beiden Elbarmen Norderelbe und Süderelbe entstanden.
Die flächenmäßige Ausdehnung von rund 100 km² lässt sich nur erahnen, wenn man mal von der Speicherstadt aus durch den heutigen Freihafen entlang der ganzen Anlegeterminals, die als durchnummerierte Schuppen ausgeschildert werden, bis zur Köhlbrandbrücke an der Autobahn 7 fährt. Aber keine Sorge; westlich der Autobahn geht es mit den Containerterminals weiter. Heute gehört Hamburg in die Spitzengruppe der europäischen Umschlagplätze für Seegüter und zu den bedeutendsten Containerhäfen der Erde. Gegenüber der ersten Elbvororte liegen die beiden großen Containerterminals „Eurokai“ und der stadteigene Terminal „HHLA“ und dahinter erst der Petroliumhafen.
Köhlbrandbrücke (zweites Wahrzeichen von hamburg)
Die Fahrt über die 1970 bis 1974 erbaute Köhlbrandbrücke lohnt sich übrigens. Man sieht das hohe statische Wunderwerk schon von weitem, da sie in 55 Meter Höhe zwischen zwei 135 Meter hohen Pylonen an Schrägseilen mit einer Hauptspannweite von 375m über den Norder- und Süderelbe verbindenden Köhlbrand geführt wird. Sitzt man im Auto und fährt die Rampen zu der in der Mitte liegenden Hauptbrücke hoch und schaut aus dem Fenster, dann denkt man, dass man im startenden Flugzeug sitzen könnte und man schaut plötzlich über das ganze Hafengelände bis auf die Stadt. Die Anschlussstelle von der Autobahn liegt vor dem Elbtunnel und heißt Waltershof.
Ein paar Lokale und Freizeitangebote in diesem Gebiet
|
Zurück zum Beginn des Kapitels
Innenstadt: Alt- und Neustadt
Historisches
Zwischen Binnenalster und dem Hafen, also auch in dem heutigen Bereich der Innenstadt, liegt der ursprüngliche Kern der Stadt Hamburg, die Altstadt und die Neustadt. Beide sind bis Anfang des 19ten Jahrhunderts von Stadtmauern und Schutzwällen umgeben gewesen und hatten 200 Jahre vorher mit dem Bau der letzten Wallanlage im dreißig jährigen Krieg ihr heutiges Ausmaß erreicht. Altsstadt und Neustadt haben bis ins 19. Jahrhundert den gesamten Umfang der Stadt ausgemacht, da Ansiedlungen außerhalb der Stadtmauern nicht zum Stadtgebiet gehörten. Heute noch kann man den Verlauf der Wallanlagen, die Hamburg zu einer Festung machten und vor den Auswirkungen des 30 jährigen Krieg verschonten, ziemlich genau anhand des ringförmigen Verlaufs des inneren Stadtrings, dessen Strassen meistens den Beinamen „Wall“ haben, auf dem Stadtplan erkennen. Plätze wie der „Millern Torplatz“ oder „Deichtor Platz“ oder der „Dammtorbahnhof“ zeugen heute noch von den Stellen, an denen man durch stattliche Tore gehen musste um überhaupt in die Stadt gelangen zu können. Alle Stadteile außerhalb dieser halbkreisförmigen Linie, die jeweils im Süden an der Elbe endet, und seien sie noch so dicht, waren nur einzelne Dörfer, die erst ab 19ten Jahrhundert in die Stadt eingegliedert wurden, wie zum Beispiel Sankt Pauli. Die Hamburger wurden zur Besatzungszeit der Franzosen (1806-14) von dessen Marschall und Oberbefehlshaber Davout wahnsinnig damit gequält, die alten Wallanlagen aus dem 30jährigen Krieg unter größten Anstrengungen zum militärischen Schutz und Erhalt der Stadt im Besitz von Napoleon noch größer und besser zu bauen, obwohl die Hamburger kaum noch Geld oder Kräfte hatten ihr eigenes Leben zu bestreiten. Nach Napoleons Ende und den daraus folgenden Abzug der Truppen aus Hamburg hatten die Hamburger die „Nase voll“, so dass sie den Wall abtrugen und heute nur noch Parks oder Straßennamen von ihm zeugen.
Die Altstadt entstand im Schutz des ersten steinernen Dom der Stadt, den Erzbischof Bezelin Adebrand um 1035 zusammen mit einem steinernen Wohnturm errichten ließ. Doch davor, an dieser Stelle östlich des Alsterlaufs und paar hundert Meter östlich des heutigen Rathauses in der Gegend vom Speersort wo heute Radio Hamburg aus gläsernen Studios sendet, stand ursprünglich die 848 erstmals erwähnte Hammaburg, die zur Unterstützung der Missionierung des heidnischen Nordens gebaut wurde. Auf der Verkehrsinsel südlich der St. Petrikirche liegen die letzten unter Tage erhaltenen Reste der Hammaburg, die als Keimzelle der Stadt Hamburg gilt. Das für die Unterschutzstellung vorgesehene Areal ist eine kleine dreieckige Grünfläche zwischen den Straßen Domstraße, Speersort und Schmiedestraße. Die dänischen Wikinger hatten keinen Sinn dafür und überfielen und zerstörten 845 die Burganlage, der Hamburg seinen Namen zu verdanken hat, und vertrieben Ansgar, den ersten Bischof von Hamburg, der den Bischofssitz nach Bremen verlegte.
Kurze Zeit später entsteht eine „Neue Burg“ auf der anderen Seite der Alster an der Stelle, wo sich heute noch der Hopfenmarkt befindet. Da am Elbeufer hier in der Nähe immer öfters Schiffe anlegten erhielt unter Graf Adolf III der Vorsitzende der Kaufleute, die sich hier niedergelassen hatten, Wirad von Boizenburg das Recht, nahe der Burg eine Siedlung mit Hafen, dem heutigen Nikolaifleet , anzulegen. Im Mai 1189 erhält diese Siedlung von Kaiser Friedrich Barbarossa weitreichende Privilegien bezüglich Schiffahrt, Handel und Zollfreiheit. Diese Urkunde wird als Hafengründung gefeiert ist allerdings bezüglich seiner Echtheit umstritten (-: Heute findet jedes Jahr im Mai das größte Event was Hamburg anzubieten hat, der Hafengeburtstag, statt.
Die Altstadt erstreckt sich östlich des Verlaufs der Alster, die heute ab der Schleuse hinter dem Rathausmarkt durch den Alsterfleet in den Binnenhafen fließt, bis zum Hauptbahnhof und von der östlichen Binnenalster bis zur Speicherstadt.
Westlich des Alsterverlaufs bis zu den Großen Wallanlagen, also der Grenze zu Sankt Pauli und in Nord Süd Richtung von der Esplanade bis zur Elbe erstreckt sich das Gebiet der Neustadt. Und mitten drin steht die Michaeliskirche, auf einem Hügel weithin von der Elbe her sichtbar, dessen Turm als Wahrzeichen von Hamburg einfach nur „Michel“ genannt wird. Die größten Teile der Neustadt wurden von Flüchtlingen im dreißig jährigen Krieg besiedelt, die Schutz in der Festungsstadt suchten.
Die Innenstadt ist einfach nicht einer bestimmten Epoche zuzuordnen
Historisch und städtebaulich kristallisieren sich drei große Veränderungen der neueren Zeit in der Innenstadt heraus:
1842 brach in der Deichstrasse am Nikolaifleet ein Feuer aus und führte zum „Großen Brand“ der große Teile der Innenstadt verwüstete. Viele alte Kontore im Fachwerk gebaut, entlang der Fleete, existieren seitdem nicht mehr. Das Jahrhunderte alte Rathaus wurde gesprengt um das Feuer an dieser Stelle zu stoppen. Doch das Feuer endete erst kurz vor der Stelle an der sich heute der Hauptbahnhof befindet. Innerhalb von nur 82 Stunden wurden 71 Straßen und 120 Höfe von den Flammen erfasst. 1.749 Häuser mit über 4.000 Wohnungen fielen den Flammen zum Opfer, darunter die meisten öffentlichen Gebäude wie das Rathaus, die Bank, das Archiv, die alte Börse.
Des weiteren muss man sagen, dass die Hamburger immer einen Sinn für Dynamik und geschäftliche Pragmatik hatten. Hamburg hätte nach Meinung des um die Jahrhundertwende amtierenden Chefs der Kunsthalle Alfred Lichtwark „die Stadt der Renaissance, des Barock und des Rokoko sein können“. Aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden alte, wenn auch teils altersschwache Kaufmannshäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert zum Beispiel durch die Speicherstadt ersetzt. Durch das alte „Gängeviertel“ in der Neustadt wurden verkehrsgerechte Schneisen geschlagen um die Innenstadt besser zu erschließen, so zum Beispiel die nach dem kurz zuvor verstorbenen Kaiser Wilhelm I benannte Kaiser-Wilhelm-Strasse. Der Rest alter völlig mit Arbeitern und armen Leuten überfüllten Gängeviertel der Stadt (Gänge steht im norddeutschen für Gasse), die sich durch ganz enge Bebauung und altem Fachwerk auszeichneten, wurden von der Stadt abgerissen. Die Cholera war nämlich dort 1897 aufgrund fehlender hygienischer Verhältnisse ausgebrochen. Durch die Cholera starben 8605 Menschen, was für Hamburg eine Gefahr bedeutete und auch für die Handelsstadt keine gute Publicity darstellte. Der Warenumschlag ging drastisch zurück, weil Schiffe aus Hamburg woanders weder be- noch entladen wurden.
Nachdem große Teile der Innenstadt im Juli 1943 durch die Luftangriffe zerstört wurden änderte sich das Bild nochmals. In der südlichen Altstadt stehen heute größten Teils moderne und nicht unbedingt elegante Bürogebäude und in den 60er Jahren wurde die dort noch existierende restliche Altstadt einer neuen Verkehrsschneise, der Ost West-Strasse, geopfert. Der ehemals bedeutende Hopfenmarkt wird von der mehrspurigen Verkehrsstrasse erdrückt. Bei den Aufräumarbeiten nach dem Krieg wurde der weithin sichtbare Turm der Nikolaikirche und die offenen Grundmauern des zerstörten Kirchenschiffs nur als Mahnmal erhalten und nicht wieder aufgebaut. Seit 1987 kümmert sich der Förderkreis "Rettet die Nikolaikirche" um die traurige Ruine an der Ost West-Strasse und baute sie zu einer internationalen Begegnungsstätte aus. Die Nikolaikirche, die zu den 5 Hauptkirchen gehört, hat ihren Namen vom Patron der Seefahrer, dem heiligen Nikolaus und lag von Anfang an, allerdings ein paar Mal zerstört und in verschiedenen Stilepochen wieder aufgebaut, im Zentrum der ehemaligen Kaufmannssiedlung, durch die der Hamburger Hafen gegründet wurde.
Kirchen
Hamburg hat 5 Hauptkirchen oder auch Kirchenspiele genannt und seit 1994 wieder einen Dom:
St. Michaelis , Der 132 Meter hohe Turm, der "Michel", ist das Wahrzeichen der Hansestadt..
St. Jacobi: Zu den auffälligsten Schätzen der Kirche gehört ohne Zweifel die berühmte Arp-Schnitger-Orgel von 1693 auf der Westempore. Sie ist mit ihren 60 Registern und ca. 4.000 Pfeifen die größte erhaltene Barockorgel im nordeuropäischen Raum.
St. Petri ist die älteste noch bestehende Kirche in Hamburg. Sie wurde vermutlich Anfang des 11. Jahrhunderts gegründet.
St. Katharinen liegt nahe der Speicherstadt und ist die drittälteste der Hamburger Hauptkirchen.
St. Nikolai: Anders als die anderen Hauptkirchen entschied sich die Nikolaigemeinde nach dem Krieg, ihre zerstörte Kirche nicht wieder aufzubauen, sondern in Harvestehude, einem dicht bevölkerten Viertel der Stadt, einen Neubeginn zu wagen.
Der Neue Mariendom ist die Kathedralkirche des 1995 wieder neu gegründeten Erzbistums Hamburg. Er befindet sich in der Danziger Straße in St. Georg, unweit des Hamburger Hauptbahnhofes. Diese einzige Kirche der Hamburger Innenstadt mit zwei Türmen wurde 1893 als römisch-katholische Hauptkirche der Stadt Hamburg im neoromanischen Stil nach Plänen des Paderborner Kirchenbaumeisters Arnold Güldenpfennig errichtet.
Der Rundgang durch die Alt und Neustadt
Will man sich historische und ansehnliche Teile der Innenstadt auf einem Stadtrundgang ansehen, so würde sich dieses zum Beispiel günstig mit intensiven Eindrücken als Fahrradtour bewältigen lassen. Charakteristisch wären hierfür die Fleete, Kirchen und alte Wohnstrassen oder Speicher.
Die Deichstrasse ist ein Komplex Althamburgischer Bürgerhäuser unterschiedlichen Stils. Sehenswert sind die Fleetgänge, schmale Durchgänge zwischen den Häusern zum Wasser des Nikolaifleet, und die Gebäude, in denen heute "typische" Hamburger Restaurants sind. Von der Cremonbrücke hat man einen romantischen Blick auf die alten am Fleet gelegenen Wohnhäuser. Auf der anderen Seite gibt es in der Reimerstwiete Nr 17-21 auch noch kleineren Fachwerkspeicher aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts die restauriert wurden. Die enge Twiete, eine für viele alte Wohnviertel charakteristische Straßenform, verband zwei Hauptstraßen der seit dem 13. Jahrhundert besiedelten "Cremon"-Insel auf der auch einer der Hauptkirchen, die Katherinekirche aus dem 14./15. Jahrhundert mit einem der schönsten Kirchtürme Norddeutschlands steht.
Auf der anderen Seite der Ost West-Strasse ist die Ruine der Nikolaikirche und ein Stück dahinter führt die Trostbrücke als die älteste Verbindung zwischen der Altstadt und der bei der Alsterniederung gegründeten Neustadt über den oberen Nikolaifleet, der den ersten Hafen darstellte. 1266 wird das historische Baudenkmal zum erstenmal erwähnt. Hier befand sich bis zum Großen Brand 1842 das Handels- und Verwaltungszentrum der Stadt. Auf der heutigen Brücke (1881) wachen große Figuren von Ansgar (9. Jahrhundert) der heiliggesprochenen Erzbischof der Altstadt, und Graf Adolf III., der Gründer der Neustadt.
Von hier gelangt man schnell zur Börse und dem Rathaus. Besucher der Börse können von einer Galerie in die drei Parkettsäle hinunterschauen. Auf dem Rathausmarkt finden im Laufe des Jahres zahlreiche Veranstaltungen statt. Im Hochsommer schlägt hier beispielsweise Stuttgart sein Weindorf mit leckeren Schlemmereien und erlesenen Weinen auf. Und in der Adventszeit befindet sich von hier über die Mönckebergstraße und den Gerhart-Hauptmann-Platz bis hin zur Spitalerstraße der festlich geschmückte Weihnachtsmarkt. Weiter geht es über die Adolphsbrücke, hinter der sich der Neue Wall erstreckt. Der Neue Wall ist die Einkaufsstrasse der feinsten Geschäfte. Über die Bleichenbrücke erreicht man die nächste Einkaufstraße, die Großen Bleichen.
Von der Kaiser Wilhelmstrasse gelangt man in den Bäckerbreitergang. Hier befindet sich auch das Fundbüro. Manchmal finden hier Versteigerungen statt, wo man zum Beispiel sich günstig ein Fahrrad ersteigern kann. Die Nummern 49 - 58 des Bäckerbreitergang bilden eine geschlossene Reihe von schlichten restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 18. / 19. Jahrhundert, charakteristisch für dieses Wohnquartier.
Dann wäre hier in der Neustadt noch der Großneumarkt mit den meisten Kaffes und Kneipen in der Innenstadt. Hier kann man sehr gut nach dem Feierabend ausgehen und auch draußen auf einer Terrasse oder in einem Biergarten sitzen. Ein berühmtester Jazz Club in Hamburg, der „Cotton Club“, befindet sich um die Ecke im Alten Steinweg 10.
In den Jahren 1641 bis 1669, also in der Zeit als die Bewohneranzahl der Neustadt fleißig anstieg wurde die erste St.Michaeliskirche von den Baumeistern Corbinius und Peter Marqardt erbaut. 1750 wurden Kirche und Turm durch Blitzschlag vollständig vernichtet. Auch die zweite große Kirche, die nach den Plänen von Johann Leonhard Prey und Ernst Georg Sonnin bis 1762 gebaut wurde und dessen Turm erst 1786 eingeweiht wurde brannte 1906 vollständig nieder. Sie wurde nach dem Aussehen der zweiten Kirche wieder aufgebaut. Ihr Turm wird vom Volksmund „Michel“ genannt und ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Turm ist auch ein Besuch wert. Der Blick über Hamburg und den Hafen ist fantastisch. Außerdem gibt es im Turm eine Multivisionsschau über die 1000jährige Geschichte Hamburgs mit Vorstellungen am Do/Sa/So um 12.30,13.30, 14.30 und 15.30 Uhr. Das Turmblasen hat in der St. Michaeliskirche eine dreihundert Jahre alte Tradition. So bläst heute noch jeden Tag ein Türmer jeweils Werktags um 10 und 21 Uhr sowie Sonntags um 12 Uhr Choräle mit der Trompete vom Turm. Die Puste sollte ihm dabei aufgrund der vorher schon 453 erklommenen Stufen nicht ausgehen, weil das sonst die halbe Stadt mitbekommen würde.
Im Schatten der St. Michaeliskirche befindet sich das letzte erhaltene Beispiel für eine ehemals typisch hamburgische Wohnhofsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Die Krameramtswohnungen sind ein Historisches Baudenkmal und waren Freiwohnungen für Witwen verstorbener Zunftmitglieder des Krameramtes (später Krämer-Vereinigung). Das malerische Hofensemble ist ganzjährig, täglich von 10 bis 22.00 Uhr geöffnet und kostenfrei zugänglich. Es beherbergt eine Museumswohnung, ein Buchantiquariat, ein Tee- und Kaffeekontor. Die kleine Gasse zwischen den romantischen Fachwerkhäusern hat besonders abends eine ganz eigene, romantische Atmosphäre. Es gibt dort auch ein köstliches Restaurant mit Hamburger Küche, in dem man einen touristisch voll beladenen Hamburgtag sehr schön abschließen kann.
Ein paar Lokale und Freizeitangebote in diesem Gebiet
|
Zurück zum Beginn des Kapitels
Altona und der Hamburger Westen:
Lohnenswert ist es bei schönem Wetter, oder speziell im Sommer einen Ausflug entlang der Elbe in Hamburger Vororte zu unternehmen.
Altona:
Altona war bis 1938 eine eigenständige Stadt vor den Toren Hamburgs, wurde jedoch am 1. April 1938 von den Nationalsozialisten nach den Vorgaben des von ihnen kurz vorher angekündigten Groß-Hamburg-Gesetz ganz nach Hamburg eingegliedert. Bis ins 19. Jahrhundert war Altona sogar eine dänische Stadt.
Fährt man vom Fischmarkt, der mit seiner Fischauktionshalle direkt an der Elbe liegt entlang der Hauptstrasse weiter in Richtung Westen den Hügel rauf, gelangt man auf eine in der Mitte mit Bäumen gesäumte Allee. Die seit dem Jahre 1713 zu Altona gehörende Palmaille galt vor allem durch die klassizistischen Bauten des dänischen Architekten Christian Frederik Hansen (1756 - 1845), der in Haus Nummer 116 wohnte, als große Sehenswürdigkeit. Ursprünglich waren hier Spielbahnen für das mit Schlaghämmern betriebene Ballspiel Palle Maglio (italienisch palle = Ball, maglio = hölzerner Schläger), eine Art Krocket, das sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts von Italien aus in großen Teilen Europas ausbreitete und schließlich umgangssprachlich zu "Palmaille" abgeschliffen wurde.
Ein Stück weiter kommt dann auf der linken Seite der Altonaer Balkon, eine Stelle, von der man von einer kleinen Parkwiese mit Bänken über die Elbe und den ganzen Hafen schauen kann. Sofort sticht der Blick auf die im Freihafen liegende hohe Köhlbrandbrücke hervor. Tipp: Zum Sonnenuntergang anschauen eignet sich ein frühabendlicher Aufenthalt auf einer Bank.
Wir befinden uns jetzt mitten in Altona und auf der rechten Seite steht das Altonaer Rathaus ganz in weiß. Das Fischerdorf Altona hatte im Jahre 1664 vom dänischen König das Stadtrecht verliehen bekommen. Aufgrund der dänischen Neutralitätspolitik nahm Altona im 18.Jahrhundert einen großen Aufschwung. Zuwanderer verschiedener Glaubensrichtungen und Zünfte trugen dazu bei, dass diese Stadt zu einer ansehnlichen Stadt am Elbhang heranwuchs und auch die kolonialen Verbindungen Dänemarks dazu nutzte eine geschäftige Handelsstadt zu werden. Erst unter deutscher Herrschaft wohnten hier eher die Arbeiterschichten und mit Zunahme der Bevölkerung wuchsen Hamburg und Altona zusammen. Das Altonaer Rathaus war ursprünglich der Bahnhof für die dänische Bahn nach Kiel. Das herrschaftliche Gebäude des Bahnhofs wurde 1896-98 zum Rathaus umgebaut, also nachdem die Stadt zum deutschen Bund und somit den Preußen gehörte und der Bahnhof wurde ein Stück weiter in Richtung Norden verlegt. Das Gebäude in einem Stil aus einer Mischung von Renaissance und Klassizismus könnte man mit einem alten Operngebäude oder etwas ähnlich prachtvollen verwechseln und ist ganz in weiß gestrichen und sofort erkennbar.
Elbchaussee
Ab hier beginnt auch eine der berühmtesten Wohnstrassen Europas, die Elbchaussee, die sich entlang der Elbe über dem Geestrücken durch die Elbvororte bis Blankenese schlängelt. Reiche hamburgische Familien bauten hier noch zur dänischen Zeit ihre Landhäuser, die heute noch in Form von herrschaftlichen teils klassizistisch oder gründerzeitlichen Villen in dazugehörigen Parks stehen. Die einzelnen Parks zum Teil mit Blick auf die Elbe tragen noch oft den Namen ihrer ursprünglichen Besitzer, darunter berühmte Senatoren und Kaufleute wie Donner, Baur, Sieveking, Voght, Jenisch und Roosen, die sich im 18. und 19. Jahrhundert in Hamburg verdient gemacht hatten. Ungefähr auf der Hälfte senkt sich die heute stark befahrene Prachtstrasse bis ans Ufer zur Elbe herunter. Hier befindet sich die Anlegestelle für HADAG-Dampfer, die Teufelsbrück. Man kann auch von den Landungsbrücken mit der Fähre hierher fahren oder von hier über Blankenese ins „Alte Land“ auf der anderen Seite der Elbe schippern. 1828 erwarb Senator Jenisch den Park, der sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite zur Elbe absenkt und ließ sich darin ein Herrenhaus im klassizistischen Stil errichten. Nachdem Hitler bei einer Besichtigungstour auf der Elbchaussee dem Bürgermeister versprochen hatte darin eine Akademie einrichten zu dürfen wurde die Familie enteignet und die in weiß gehaltene Villa im mittlerweile öffentlichen Park mit Blick auf die Elbe ist heute Museum für großbürgerliche Wohnkultur des 16. bis 20. Jahrhunderts. Ebenfalls im Jenisch-Park steht das Ernst Barlach Haus mit einer imposanten Sammlung von Skulpturen, Schriften und Zeichnungen des Wedeler Künstlers.
Das gegenüberliegenden Ufer der Elbe bei Finkenwerder wird von den Produktionshallen des Flugzeugherstellers Airbus gesäumt und ab und zu segelt so ein modernes Verkehrsflugzeug mit voll ausgefahrenen Landeklappen über die Elbe um auf der anderen Seite auf dem Werftgelände hinter den Hangars zu landen. Hier wird auch der Rumpf des neuen Riesenflugzeugs A-380 montiert.
Ein paar Hausnummern weiter in Nienstedten gründete Daniel Louis Jacob 1791 den "Gasthof Jacob" direkt über der Elbe. Berühmte Gästen aus dem Hochadel und Bürgertum machten dieses Gasthaus weltbekannt. Vor ein paar Jahren wurde das Haus nach einem Umbau zu einem anspruchsvollen 5 Sterne Hotel umfunktioniert. Die Lindenterrasse mit Blick auf die Elbe inspirierte Max Liebermann zu einem heute weltberühmten Gemälde, das in der Hamburger Kunsthalle zu bewundern ist.
Blankenese
Am Ende der Elbchaussee gelangen wir nach Blankenese. Das alte Fischerdorf liegt am Hang über der Elbe und ist durch seine liebevolle Bebauung alter kleiner Häuser und dazwischenliegender Gassen und ,ganz wichtig für Touristen, Treppen die zur Elbe herunter führen ziemlich berühmt. Auch Villen gibt es hier, zum Teil mit Parks, von denen man unter Bäumen hindurch auf die unten liegende Elbe mit den nach Hamburg reisenden Schiffen schauen kann. Ursprünglich wohnten hier Fischer und Lotsen, heute gehört Blankenese allerdings zu einem der begehrtesten Wohngebieten außerhalb der Stadt. Es gibt auch viele Restaurants mit Ausblick und rustikaler Küche! Die Lokale mit herrlichem Fisch im Angebot auf dem am Ufer liegenden Strandweg haben meistens noch eine Terrasse auf der gegenüberliegenden Straßenseite, direkt zur Elbe.
Der Elbwanderweg
Der Strandweg ist Bestandteil des Elbwanderweges, der am Elbufer unterhalb der Elbchaussee verläuft und die Topadresse unter Hamburgs Spazierwegen darstellt. Eigentlich kann man mit dem Fahrrad ab St. Pauli über den Fischmarkt, dann entlang der großen Elbstrasse mit ihren neuen Bürogebäuden und Fischhallen über Neumühlen/Övelgönne und Teufelsbrück bis nach Blankenese fahren.
Die große Elbstraße war im 18. und Anfang 19. Jahrhundert sogar die Hauptgeschäftsstrasse von Altona, wo wohlhabende Geschäftsleute wohnten und ein geschäftiges Treiben der arbeitenden Menschen zu beobachten war, das Vergleiche mit Rotterdam aufkommen ließ.
Heute entwickelt sich die Strasse vom eher einfachen Kopfsteinpflaster mit Kühlhallen für Fischhändler zu einer Büro und Restaurantmeile an der Elbe. Alter Kontorhäuser werden hochmodern hergerichtet und Restaurants und Bars mit der Terrassen zur Elbe machen die Meile zu einem attraktiven Gebiet zum Ausgehen und Arbeiten im Hafenflair. So hat sich zum Beispiel das stilwerk als neues Themencenter für Einrichtung und Design in einem alten ungenutzten Gebäude entwickelt. Gegenüber werden ein altes Stadtlagerhaus und Silogebäude zur gewerblichen Nutzung umgebaut.
Weiter westlich fängt in Neumühlen/Övelgönne der eigentliche Elbwanderweg an. Am Anfang liegt der frei zugängliche Museumshafen Övelgönne. Rund 20 Oldtimer Schiffe Dampfschlepper und Barkassen, ein Feuerschiff, ein Dampfkran, ein Finkenwerder Hochseekutter und eine zum Cafe umgebaute alte Hafenfähre, liegen am Anleger Neumühlen vertäut. Alle Schiffe sind liebevoll restauriert und heute noch fahrbereit.
Von der Terrasse der „Bodega del Puerto“ einem Restaurant kann man in den Museumshafen und über die Elbe schauen. Geht man den Weg weiter durch die Övelgönne kommt man alten kleinen Fachwerkhäusern und Fischrestaurants vorbei. Unter Parkbäumen wandelt man oberhalb des Elbstrandes bis zur „Strandperle“, einen kultigen Ort zum Relaxen zu dem es bei schönem Wetter halb Hamburg nach Feierabend hinzieht. Nachdem man sich an einem Kiosk mit Bier und Würstchen versorgt hat, setzt man sich auf den Strand, unterhält sich bis nach Sonnenuntergang und schaut dem Verladen der Container auf die Schiffe am gegenüberliegenden Containerkai zu. Es gibt in Richtung Blankenese ein paar weitere Plätze, an denen man sich im Winter in angenehmen Spazierabständen mit Tee und Glühwein und im Sommer mit Limonade laben und erfrischen kann.
Ein paar Lokale und Freizeitangebote in diesem Gebiet
Zurück zum Beginn des Kapitels
|
|